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GeschichteZur Geschichte der reformierten Gemeinden in der Kirchenprovinz SachsenIn den vergangenen Jahren habe ich an dieser Stelle über die Geschichte der Magdeburger reformierten Gemeinden und ihrer Kirchen berichtet. Mit der folgenden Ausarbeitung möchte ich mich mit den Reformierten und ihren Gemeinden im Gebiet der heutigen Kirchenprovinz Sachsen befassen. Einige allgemeine Bemerkungen möchte ich zunächst vorausschicken.
Von Wittenberg löste Martin Luther mit seinen 95 Thesen gegen den Ablaßhandel der katholischen Kirche die Reformation aus, die zu einem reformatorischen Angriff auf das gesamte System der damaligen katholischen Kirche wurde, und die durch die weiterführenden theologischen Arbeiten der Schweizer Reformatoren Zwingli und Calvin auch zum Reformiertentum führten. Reichte es nach Artikel 7 des Augsburger Bekenntnisses den lutherischen Protestanten aus, dass "das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden", so ging Calvin noch einen Schritt weiter und hob zusätzlich ernstes christliches Leben und Handhabung christlicher Zucht hervor. Deshalb hat die reformierte Kirche von alters her nicht nur Prediger (für die Verkündigung des Evangeliums), sondern auch Presbyter (für Leitung, Seelsorge und Kirchenzucht) sowie Diakonen (für Liebestätigkeit und Armenpflege) und Lehrer (Katecheten für die Erziehung der Jugend) eingesetzt. Durch Prediger und Laien sollten alle Glieder der Gemeinde zu einem persönlichen, bewussten und opferwilligen Christentum erzogen werden. Mit den von Calvin geschaffenen Ordnungen zu den Presbyterien und Synoden waren die Reformierten in der Gemeindeleitung ihren lutherischen Glaubensbrüdern lange Zeit ein Stück voraus. Im heutigen Propstsprengel Altmark entstand die deutsch-reformierte Gemeinde Stendal (Gründung: 1691), im heutigen Propstsprengel Magdeburg - Halberstadt waren es die deutsch-reformierten Gemeinden in: Aken/Elbe (1711) Aschersleben (1699) mit zeitweiligen Filialen in Königsaue und Ermsleben. Burg (1691) mit einer zeitweiligen Filiale in Loburg (vor 1707) Calbe/Saale (1710) Halberstadt (1664) mit zeitweilig bestehenden Filialen auf der Feste Regenstein, in Blankenburg (1762), in Hasserode/Friedrichsthal, in Dalldorf, Hötensleben, Neindorf und Walbeck. Jerichow (1685) mit Filialen in Genthin (vor 1703) sowie in Rathenow und Leopoldsburg (beide heute zur Evang. Kirche Berlin-Brandenburg) Magdeburg (1681) mit zeitweilig bestehenden Filialen in Frohse, Salze, Schönebeck (alle um 1763) und in Hemsdorf (1771) Neuhaldensleben (1770) mit zeitweiliger Filiale in Trüstedt Ziesar (1691) mit der zeitweiligen Filiale Reesdorf (1743); Die deutsch-reformierte Gemeinde Barby wurde 1689 durch Herzog Heinrich von Barby gegründet, der zum 30. 12. 88 reformiert geworden war. Im heutigen Propstsprengel Halle - Naumburg entstanden deutsch-reformierte Gemeinden in: Halle (1688) mit den zeitweiligen Filialen in Schraplau (1785 - 1769 ?) Wettin (1703) mit zeitweiligen Filialen in Rothenburg (um 1705), Löbejühn (1703) und Alsleben. Mansfeld (1693) Gerbstedt (um 1780)
Seine politische und wirtschaftliche Weitsicht demonstrierte der Große Kurfürst mit dem Edikt von Potsdam (29. Oktober 1685), mit dem er auf die Aufhebung des Toleranzediktes von den nunmehr in Frankreich verfolgten Hugenotten Schutz und weitgehende Privilegien in seinen Landen anbot. Später dehnten er und sein Nachfolger Friedrich III. diese Angebote auch auf andere Glaubensflüchtlinge aus und nahmen auch willig Reformierte aus dem benachbarten Anhalt, aus Hessen, Schwaben und aus der Schweiz auf. (wird fortgesetzt) Henner Dubslaff, Stendal |